WM 2026 · Gruppe E · 1. Spieltag
Amad Diallo erlöst die Elefanten in letzter Minute
In einem Spiel, in dem Ecuador dreimal das Aluminium traf, schlug die Elfenbeinküste das eine entscheidende Mal zu – durch ihren Einwechselspieler Amad Diallo in der 90. Minute. 1:0.
Es brauchte die 90. Minute und einen Geistesblitz von Wilfried Singo, um zwei Mannschaften zu trennen, die sich lange am Aluminium die Zähne ausgebissen hatten. In Philadelphia bezwang die Elfenbeinküste, amtierender Afrikameister, Ecuador mit 1:0 dank eines Tores des Einwechselspielers Amad Diallo in den letzten Augenblicken – am Ende einer Partie, die ebenso eng wie zum Verrücktwerden ärgerlich für die Südamerikaner war.
Eine Wand aus Aluminium, dann der Dolchstoß
Lange sah es nach einem verfluchten Abend für Ecuador aus. Schon in der ersten Halbzeit traf die Tri zweimal das Gehäuse: John Yeboah (24.) und dann Alan Minda (30.) zimmerten beide den Ball an die Querlatte, ohne die Führung erzielen zu können. Aufseiten der Elfenbeinküste hatte Bazoumana Touré seinerseits die Chance des Spiels in der 17. Minute vergeben, allein vor dem Torhüter, doch sein Abschluss strich knapp vorbei.
Nach der Pause ging der Fluch des Aluminiums weiter: Enner Valencia traf den Pfosten (46.), dann sah Elye Wahi seinen Volleyschuss auf ivorischer Seite an die Latte krachen (52.). Hernán Galíndez hielt Ecuador im Spiel, während auf der Gegenseite der ivorische Torhüter einen Schuss von Gonzalo Plata parierte (69.). Es brauchte eine letzte Aktion, um alles zu kippen: In der 90. Minute Wilfried Singo stürmte über die rechte Seite und legte dann zurück auf Amad Diallo, dessen Schuss im linken Innennetz landete. 1:0, am Ende des Krimis.
90. Minute, ein Unentschieden schien besiegelt. Doch Wilfried Singo macht über rechts den Unterschied und legt clever zurück auf Amad Diallo, der eine halbe Stunde zuvor eingewechselt worden war. Der Joker bezwingt Hernán Galíndez mit einem präzisen Schuss ins linke Innennetz: ein Dolchstoß, der die ivorische Überlegenheit belohnt und das Herz eines Ecuador bricht, das dreimal vom Aluminium im Stich gelassen wurde.
Afrikameister gegen südamerikanische Talente
Bei ihrer Rückkehr zur Weltmeisterschaft nach zwölf Jahren Abstinenz zeigten die Elefanten, im eigenen Land zum Afrikameister gekrönt, Ambitionen, die ihrer jüngsten Qualifikationskampagne entsprachen – die sie ohne eine einzige Niederlage und ohne ein einziges Gegentor abschlossen. Ihnen gegenüber blieb das Ecuador von Sebastián Beccacece, reich an Talenten wie Moisés Caicedo, Piero Hincapié und Willian Pacho, ein zäher Gegner.
Die beiden Nationen waren noch nie in einem Pflichtspiel aufeinandergetroffen, nur einmal 2006 in einem Freundschaftsspiel. Und beide wussten bereits, dass Deutschland Curaçao früher am Tag abgefertigt hatte: Ein Sieg war Pflicht, um im Rennen um die Qualifikation zu bleiben.
Verdient für die Elefanten, bitter für die Tri
Letztlich hatte sich die Elfenbeinküste ihren Sieg verdient: durchschlagskräftiger, 15 Schüsse zu 12, 4 aufs Tor zu 1, und deutlich präsenter im gegnerischen Strafraum, 39 Ballkontakte zu 16. Doch Ecuador darf ewigen Reue nachhängen: drei Aluminiumtreffer in einem einzigen Spiel – das ist die Grausamkeit des Fußballs auf eine Zahl gebracht. Emerse Faé, der ivorische Trainer, wird allerdings die Disziplinlosigkeit seiner Mannschaft in den Griff bekommen müssen, die vor der Pause mehrfach verwarnt wurde.
Eine Gruppe E der zwei Geschwindigkeiten, vor einem Spitzenspiel
Mit diesem Sieg zieht die Elfenbeinküste mit Deutschland an der Spitze der Gruppe E gleich, beide mit drei Punkten, wobei die Deutschen nach ihrer Gala gegen Curaçao dank der besseren Tordifferenz die Nase vorn behalten. Der 2. Spieltag verspricht ein Topspiel: Deutschland gegen Elfenbeinküste, am 20. Juni in Toronto, um den ersten Platz. Am selben Tag in Kansas City geht es für Ecuador und Curaçao, beide bei null Punkten, bereits um sehr viel.
Die Elfenbeinküste reist mit drei Punkten und einer Botschaft ab: Die Afrikameister sind sehr wohl da. Ecuador hingegen mit dem hartnäckigen Gefühl, dass sich das Schicksal gegen es verschworen hat. Im Fußball trifft man eben nicht über die Pfosten.


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